„Die Rentenpläne ignorieren die Realität von Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland“, sagt Uwe Garbe, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. „Dass die Bundesregierung plant, langjährig Beschäftigte nach 45 Beitragsjahren einen abschlagsfreien Eintritt in ihren wohlverdienten Ruhestand zu verwehren, ist ein fatales politisches Signal. Rentenpolitik ist nicht nur bloße Mathematik, sondern ganz besonders auch eine Frage der Gerechtigkeit.“
Die Untersuchung einer vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) im Januar 2026 einberufenen Rentenkommission hat eindeutig gezeigt: Viele Beschäftigte schaffen es schon heute gesundheitlich nicht bis zur Regelaltersgrenze. Viele Berufe fordern von den Menschen einen hohen körperlichen Tribut, so dass sie „gesundheitlich an ihre Grenzen stoßen, ehe sie überhaupt in die Nähe des Renteneintrittsalters stoßen“, sagt Uwe Garbe. „Und auch bei den Angestellten ist der Druck durch zunehmende Arbeitsverdichtung enorm hoch. Auch sie haben immer häufiger große Probleme, einigermaßen gesund bis zur Regelaltersgrenze zu kommen.“
Eine Anhebung des Rentenalters lehnt die IG Metall Ostsachsen entschieden ab, sie sei nichts anderes als ein „verdecktes Rentenkürzungsprogramm auf Kosten der Menschen, die mit ihrer guten Arbeit jahrzehntelang für hohe Produktivität in ihren Unternehmen und Wohlstand in Deutschland gesorgt haben“. Sie jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zur Kasse zu bitten, indem sie noch länger arbeiten müssen, sei auch „politisch ein falsches Signal, das die demokratischen Strukturen in unserem Land weiter gefährdet“. Das, so Uwe Garbe, hätten inzwischen auch einige Ministerpräsidenten erkannt, die sich offen gegen die Rentenreformpläne der Bundesregierung ausgesprochen hätten.
Dabei betont Uwe Garbe ausdrücklich, dass auch die Gewerkschaften die Alterssicherung weiterentwickeln wollen, um sie für alle Menschen besser zu gestalten.
Gemeinsam mit den anderen im DGB vertretenen Gewerkschaften setzt sich die IG Metall Ostsachsen in der Rentenpolitik ein für
- eine Rente, die zum Leben reicht,
- ein Renteneintrittsalter, das die Beschäftigten gesund erreichen können und
- das langjährig Versicherten eine abschlagsfreie Rente ermöglicht: 45 Beitragsjahre sind genug!
- die Verbreiterung der Finanzierungsbasis und den schrittweisen Ausbau der gesetzlichen Rentenversicherung zur Erwerbstätigenversicherung.
„Die Rentenreform muss sorgfältig vorbereitet werden, weil sie weitreichende Konsequenzen für die Menschen in unserem Land haben“, sagt Uwe Garbe und appelliert an die Bundesregierung, „die Pläne nicht übers Knie zu brechen und sie schon gar nicht gegen die große Mehrheit der Menschen in Deutschland und gegen alle Vernunft durchzuboxen – auch weil die Quittung für die demokratischen Parteien schon bei den nächsten Landtagswahlen verheerend sein könnte“.
Gleichzeitig ruft die IG Metall Ostsachsen zur Teilnahme an der vom DGB und seinen Mitgliedsgewerkschaften organisierten Demonstration für einen starken Sozialstaat am
26. September in Leipzig auf. Das Motto der Sozialstaatsdemonstration, die bundesweit in 15 Städten stattfindet, lautet: „Hart verdient! Deine Gesundheit. Deine Rente.“