Tarif Warnstreik bei Hedin Automotives: Vollgas für den Tarifvertrag!

„Geben Sie Ihre Blockadehaltung endlich auf!“ Die Botschaft, die die Hedin-Beschäftigten am 21. August an ihre Geschäftsführung geschickt haben, war eindeutig. Mit zwei zentralen Warnstreikkundgebungen haben die Kolleginnen und Kollegen Druck für ihre Forderung nach einem Tarifvertrag gemacht.

WS Hedin

21. August 2026 21. August 2026


Was Stillstand bedeutet, haben rund 70 Kolleginnen und Kollegen der acht Standorte von Hedin-Automotives in der Region Ostsachsen ihrer Geschäftsführung am Freitag eindrucksvoll gezeigt. Stillstand nämlich herrschte an den Plätzen, an denen sie sonst zuverlässig ihre Arbeit verrichten. Stillstand, weil die IG Metall zum Warnstreik im Rahmen einer „Frühschlussaktion“ aufgerufen hatte, die auf gute Resonanz stieß. Bewegung gab es dagegen vor zwei Hedin-Autohäusern – in Hoyerswerda und Görlitz, dort trafen sich die Beschäftigten zu Warnstreikkundgebungen, ehe sie anschließend ihren Warnstreik individuell fortsetzten. „Wenn sich die Arbeitgeber nicht auf uns zu bewegen, dann bewegen wir uns eben – vors Tor und demonstrieren ihnen, was Stillstand für sie bedeutet und wie Bewegung geht!“ lautete die Devise dieses zweiten Warnstreiks innerhalb weniger Wochen. Die Hedin-Beschäftigten fordern einen Tarifvertrag, den ihnen ihr Arbeitgeber hartnäckig verwehrt. Dass sie nicht aufgeben, bis Bewegung in das Thema kommt, machten sie unmissverständlich klar. Sie sind bereit, den Druck auf die Geschäftsführung weiter zu erhöhen und gemeinsam mit der IG Metall für den Tarifvertrag zu streiten und zu kämpfen.

„Diese Blockadehaltung nehmen die Kolleginnen und Kollegen nicht länger hin“, sagte Uwe Garbe, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. Er berichtete den Warnstreikenden, dass die IG Metall den Geschäftsführer erneut aufgefordert hat, „mit uns einen ersten Verhandlungstermin festzulegen. Vergebens! Wir haben noch nicht einmal eine Rückmeldung bekommen. Diese Ignoranz ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die tagtäglich zuverlässig gute Arbeit leisten.“

Die rund 240 Beschäftigten in den acht ostsächsischen Autohäusern von Hedin Automotive haben sich zu Beginn des Jahres 2025 zu großen Teilen in der IG Metall organisiert. Sie fordern einen Tarifvertrag. Denn anders als die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben im nordostdeutschen Kfz-Gewerbe, für die ein Tarifvertrag mit steigenden Löhnen gilt, sind sie bei Entgeltforderungen einzig und allein auf den guten Willen ihres Arbeitgebers angewiesen. Damit ist es nicht weit her, wie sich nach den ersten starken Warnstreiks im vergangenen Jahr gezeigt hat. Der Arbeitgeber hatte die Einigungsstelle eingeschaltet. Das dort erzielte Ergebnis ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein und weit weg von dem, was Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben des Kfz-Handwerks verdienen.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen sind nicht länger bereit, sich mit geringfügigen Almosen abspeisen zu lassen, die der Arbeitgeber ihnen nach Gutsherrenart zugesteht“, sagt Uwe Garbe. „Deshalb lassen wir nicht locker und streiten weiter für einen Tarifvertrag. Nur der garantiert den Beschäftigten durch rechtssichere Regelungen gute Arbeitsbedingungen und faires Geld.“ 

Von: kk