Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2026 Lautstark für 5 Prozent! Warnstreiks bei KNDS und L+W

Die Beschäftigten in Ostsachsen machen in der laufenden Tarifrunde weiter Druck. Warnstreiks gab es am 5. November bei KNDS in Görlitz sowie Linde+Wiemann in Elstra. Die nächste Verhandlungsrunde für die rund 155.000 Beschäftigten in Sachsen findet am 9. November statt.

WS Linde+Wiemann Elstra

5. November 2026 5. November 2026 kk


Den Auftakt machten am Vormittag mit einem anderthalbstündigen Warnstreik rund 100 Kolleginnen und Kollegen von KNDS in Görlitz. Mit Banner und roten IG Metall-Fahnen waren sie um 10 Uhr vors Werktor gezogen. Die Kolleginnen und Kollegen machten deutlich, dass sie sich mit dem lausigen Angebot der Arbeitgeber nicht zufriedengeben. In der dritten Verhandlungsrunde, so die Botschaft aus Görlitz, erwarten die Beschäftigten eine deutliche Schüppe obendrauf – ein verhandlungsfähiges Angebot, das Reallohnverluste vermeidet und die Kaufkraft der Beschäftigten sichert.

 Kaum waren die Beschäftigten in Görlitz wieder im Betrieb, legten rund 75 Kolleginnen und Kollegen von Linde+Wiemann (L+W) in Elstra ihre Arbeit nieder. Lautstark machten sie mit Trillerpfeifen Lärm. Auf ihrem Banner war zu lesen, warum bei ihnen heute ein zweistündiger Arbeitskampf auf der Agenda stand: „Wir fordern 5 Prozent mehr Geld“ war darauf zu lesen. Dass die Arbeitgeber in den ersten beiden Verhandlungen keinerlei Fortschritte erkennen ließen, empfinden auch die L+W-Beschäftigten als Affront. „Wertschätzung sieht anders aus“, war immer wieder zu hören.

Beschäftigte erwarten in der dritten Verhandlungsrunde ein „echtes Angebot“
Am 9. November haben die Arbeitgeber die Gelegenheit, es besser zu machen. Dann verhandelt die IG Metall in der dritten Runde mit dem Arbeitgeberverband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) über einen neuen Tarifvertrag für die rund 155.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate und will zudem mit dem VSME über die Absicherung von Standorten und Arbeitsplätzen, über eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende sowie eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen sprechen.

Die Arbeitgeber waren am 14. Oktober in Chemnitz ohne eigene Vorschläge und ohne Angebot in die erste Verhandlung gekommen. In der zweiten Verhandlungsrunde am 27. Oktober schlugen sie vor, 2027 eine kleine Einmalzahlung zu leisten, sonst aber – trotz hoher Inflation – auf Entgeltsteigerungen zu verzichten. Für 2028 boten sie dann gerade mal 1,3 Prozent an. „Das ist ein absolutes No-go, das mit der IG Metall nicht zu machen ist“, sagt Uwe Garbe, „das hat mit Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, sondern bürdet die Lasten der Krise einzig den Beschäftigten auf.“ Die Friedenspflicht ist in der Nacht zum 1. November ausgelaufen. Seither stellen sich die Kolleginnen und Kollegen mit Arbeitsniederlegungen und großer Entschlossenheit hinter die Forderungen der IG Metall.