21. DGB Lausitz-Konferenz „Der Strukturwandel muss von den Gewerkschaften mitgestaltet werden.“

„Anpacken für gute Arbeit“ – so lautete das Motto der 21. Lausitz-Konferenz der DGB-Bezirke Sachsen und Berlin-Brandenburg sowie des Projekts Revierwende, die am 31. August in Hoyerswerda stattfand.

Die IG Metall Ostsachsen auf der Lausitz-Konferenz (von links nach rechts): Axel Drescher (IG Metall Ostsachsen), Robert Knop (BRV Hedin Sachsen), Noah Muhlack (JAV-Vorsitzender Alstom Bautzen), Olaf Wobst (BRV Alstom Bautzen), Robert Hieke (IG Metall Ostsachsen)

31. August 2026 31. August 2026 vw


Mehr als 200 Teilnehmende aus Gewerkschaften, Betrieben, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten auf der Tagung intensiv über die Umsetzung des laufenden Strukturwandels in der Lausitz. Selbstverständlich waren auch Vertreter der IG Metall Ostsachsen bei der Veranstaltung mit dabei.

Bei den zahlreichen Diskussionen auf der Konferenz wurde deutlich, dass an vielen Stellen nachgesteuert werden muss, um die Industrieregion Lausitz langfristig zu erhalten. Die Gewerkschaften mahnten eine verlässliche Perspektive für den Strukturwandel in Ostsachsen und den Süden Brandenburgs an und forderten vom Bund und den Ländern diesbezüglich konkrete Antworten und Unterstützung.

„Der Strukturwandel muss von uns Gewerkschaften mitgestaltet werden“, unterstrich Axel Drescher, politischer Sekretär der IG Metall Ostsachsen. Er betonte, dass die Betriebe in Ostsachsen gute Zukunftschancen hätten. „Jedoch müssen wir die Arbeitgeber immer wieder daran erinnern, in die Zukunft zu investieren und nicht nur auf die schnellen Gewinne aus zu sein“, sagte Drescher. „Tage wie heute helfen uns, uns zu vernetzen, um zusammen für bessere Arbeitsbedingungen einzustehen.“

Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, hob hervor, dass Verlässlichkeit, Mitbestimmung und starke öffentliche Infrastruktur der Schlüssel für die Zukunft der Lausitz seien. „Um junge Menschen in der Region zu halten, braucht es Investitionen in gute Löhne, Tarifverträge, Ausbildung und Wohnen statt Sparrunden bei Bildung und ÖPNV“, sagte Techen. „Der Strukturwandel gelingt dann, wenn er als gemeinsame Aufgabe verstanden wird, in der die Menschen vor Ort eine starke Stimme haben.“

Auch Daniela Kolbe, DGB-Vorsitzende in Sachsen, unterstrich, die Menschen in der Lausitz eine verlässliche Perspektive benötigen. Dabei ständen gute und sichere Arbeitsplätze im Zentrum, so Kolbe. Gerade in unsicheren Zeiten müsse die Politik ihre Gestaltungskraft nutzen. „Die aktuellen Krisen und Herausforderungen schlagen auch auf die Beschäftigung in der Lausitz durch“, sagte Kolbe. „Die Beschäftigten haben Sorge um ihren Arbeitsplatz und fordern von der Politik zurecht mehr Investitionen in die Zukunft. Notwendig ist ein handlungsfähiger Staat, der Wirtschaftsimpulse setzt und gleichzeitig die sozialen Sicherheitssysteme und die Arbeitswelt gerecht gestaltet.“