Ein starkes Signal für die Mitbestimmung in der Region KNDS-Beschäftigte in Görlitz wählen erstmals einen Betriebsrat

Die Beschäftigten beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS in Görlitz setzen auf Mitbestimmung. Sie haben in der vergangenen Woche erstmals seit der Übernahme des ehemaligen Schienenfahrzeugwerks von Alstom durch KNDS im Frühjahr einen Betriebsrat gewählt, der sich nun konstituiert hat.

BR KNDS

17. September 2026 17. September 2026 kk


Das neue Gremium bei KNDS in Görlitz hat sich am 16. September konstituiert und Toni Menzel zum Betriebsratsvorsitzenden und Thomas Leihsner zu seiner Stellvertretung gewählt. 

„Die Wahl ist ein starkes Signal für die betriebliche Mitbestimmung und demokratische Teilhabe in unserer Region“, sagt Toni Menzel. „Wir packen die vor uns liegenden Aufgaben engagiert an und setzen uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen und für eine zukunftsfähige Entwicklung des Unternehmens ein.“

Zu den ersten Aufgaben des neuen elfköpfigen Gremiums gehören der Abschluss wichtiger Betriebsvereinbarungen, die Gestaltung moderner Arbeitszeitmodelle, die Förderung von Aus- und Weiterbildung, die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie die Schaffung transparenter Prozesse bei Einstellungen, Versetzungen und Qualifizierungsmaßnahmen.

Mit 78 Prozent fiel die Wahlbeteiligung bei KNDS hoch aus. „Das ist ein starkes Mandat, mit dem die rund 350 Kolleginnen und Kollegen ihren Betriebsrat ausgestattet haben“, sagt Anna-Lena Brand. Sie betont aber auch, dass der Arbeitgeber die Betriebsratswahl von Anfang an positiv begleitet und unterstützt hat. „Das lässt auf ein konstruktives Miteinander hoffen. Das ist gerade auch vor dem Hintergrund, dass der Betrieb in Görlitz Beschäftigung aufbauen will, ein gutes Zeichen. Mitbestimmte und tarifgebundene Arbeitsplätze sind für die Region wichtig und erleichtern dem Arbeitgeber die Suche nach neuen Fachkräften.“ 

Die IG Metall unterstützt das junge Gremium, das zu 100 Prozent aus IG Metall-Mitgliedern besteht, nicht nur mit rechtlicher Beratung, sondern gibt den Betriebsratsmitgliedern in Grundlagenschulungen auch das nötige Rüstzeug für eine funktionierende Betriebsratsarbeit an die Hand. Außerdem ist noch für dieses Jahr eine erste Klausurtagung geplant, in dem der Betriebsrat die künftigen Aufgaben strukturiert plant und in Angriff nimmt.