Tarif Alle Räder standen still – Warnstreik bei Hedin in Görlitz

Von 10 bis 12 Uhr standen bei Hedin Automotive in Görlitz am 19. Oktober alle Räder still. Aus gutem Grund: Die Beschäftigten haben mit einem Warnstreik noch einmal Druck für ihre Forderung nach einem Tarifvertrag gemacht.

WS Hedin Automotives Görlitz

19. Oktober 2026 19. Oktober 2026 kk


Die Beschäftigten von Hedin Automotive in Ostsachsen lassen nicht locker. Nachdem in den vergangenen Tagen zuvor bereits die Kolleginnen und Kollegen in Bautzen, Senftenberg und Kamenz die Arbeit niedergelegt hatten, zogen nun auch die Beschäftigten in Görlitz nach. „Unsere Kolleginnen und Kollegen sind stinksauer, dass sich die Geschäftsführung weiter verweigert und ihnen keinen Tarifvertrag zugestehen will“, berichtete Uwe Garbe, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, nach dem zweistündigen Warnstreik. „Aber in Görlitz wie an allen anderen Standorten, an denen die Beschäftigten mit Arbeitsniederlegung für ihre Forderungen gekämpft haben, war der Tenor einhellig: Wenn sich unser Arbeitgeber nicht bewegt, demonstrieren wir ihnen in den nächsten Wochen immer wieder, wie Bewegung geht.“ Heißt: Gemeinsam mit der IG Metall Ostsachsen sind sie durchaus bereit, noch einmal eine Schüppe draufzulegen, Warnstreiks nämlich enden nicht immer bereits nach zwei Stunden.

Gemeinsam mit der IG Metall Ostsachsen kämpfen die Beschäftigten für einen Tarifvertrag, der den Kolleginnen und Kollegen an allen Hedin-Standorten in Westdeutschland faire und rechtssichere Arbeitsbedingungen beschert. „Was ist das auch politisch für ein fatales Zeichen, dass unseren rund 240 Kolleginnen und Kollegen an den acht ostsächsischen Standorten die Gleichstellung auch mehr als 36 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung noch immer verwehrt wird“, sagt Uwe Garbe. „Die Geschäftsführung wäre gut beraten, endlich auf die Beschäftigten zuzugehen und mit uns das Gespräch über einen Tarifvertrag zu suchen.“ Davon würde überdies auch Hedin als Arbeitgeber profitieren, denn tarifgebundene Unternehmen sind nachweislich attraktiver auf einem Arbeitsmarkt, der immer wieder über Fachkräftemangel klagt.