Tarif So geht Bewegung! Warnstreik bei Hedin in Hoyerswerda

Zwei Stunden haben die Beschäftigten von Hedin Automotive in Hoyerswerda am 22. Oktober für mächtig Bewegung gesorgt – vor dem Betrieb. In der Werkstatt stand alles still. Denn die Kolleginnen und Kollegen in Hoyerswerda haben per Warnstreik Druck für einen Tarifvertrag gemacht.

Hedin-Warnstreik in Hoyerswerda

23. Oktober 2026 23. Oktober 2026 kk


„Tarifvertrag jetzt!“ steht auf dem Banner, das die Hedin-Beschäftigten am Zaun vor ihrem Betrieb angebracht haben. Denn genau darum geht es den rund 240 Beschäftigten an den acht ostsächsischen Standorten des Unternehmens. Sie machen sich seit Monaten für einen Tarifvertrag stark. Lautstark! Doch ihr Arbeitgeber verweigert ihnen weiterhin, überhaupt mit der IG Metall darüber zu verhandeln. „Das ist nicht nachvollziehbar und gegenüber den Kolleginnen und Kollegen ein Schlag in die Magengrube“, sagt Uwe Garbe, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. „Bei den Warnstreiks, die wir in den vergangenen zwei Wochen an Hedin-Standorten in der Region durchgeführt haben, waren die Beschäftigten immer wieder entsetzt darüber, wie wenig Wertschätzung ihnen durch die Geschäftsführung entgegengebracht wird.“

Zuvor hatte die IG Metall bereits zu zweistündigen Arbeitsniederlegungen in Bautzen, Senftenberg, Kamenz und Görlitz aufgerufen. Bei allen Warnstreiks war die Entschlossenheit zu püren: „Wir machen weiter. Wir lassen nicht locker, bis wir unser Ziel erreicht haben, bis auch für uns ein Tarifvertrag gilt.“

Auch für uns – damit beschreiben die Beschäftigten in Ostsachsen einen Zustand, der auch mehr als 36 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung Ungleichheiten manifestiert. Denn anders als für die Standorte in Ostsachsen gilt für die in Westdeutschland ein Tarifvertrag. „Nur damit haben wir gerade in puncto Entgeltfragen Rechtssicherheit und sind nicht auf den guten Willen der Geschäftsführung angewiesen“, sagen die Beschäftigten – und beharren auf ihrer Forderung. Mit Spannung erwarten sie die nächste Sitzung der Einigungsstelle am 29. Oktober.

Bereits 2025 hatte der Arbeitgeber die Einigungsstelle eingeschaltet und somit die Tarifverhandlungen rausgezögert. Während des Verfahrens ruhten die Warnstreiks 2025, aber in den Betrieben rumorte es weiter. Zurecht, wie sich zeigte. Denn das in der Einigungsstelle erzielte Ergebnis war nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein – und weit weg von dem, was Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben des Kfz-Handwerks verdienen.  

Deshalb gehen die Warnstreiks seit Juni 2026 weiter. „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben es satt, mit Almosen abgespeist zu werden, sie wollen eine rechtssichere Regelung, und die gibt es nur mit Tarifvertrag gibt“, sagt Uwe Garbe. „Wir lassen nicht locker, bis dieses Ziel erreicht ist. Sollte der Arbeitgeber nicht einlenken, können die Warnstreiks auch zeitlich deutlich ausgeweitet werden.“